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Wo liegt Taiji?

Taiji liegt südwestlich von Osaka in der Provinz Wakayama.

Lizenz zum Töten:

Während der aktuellen Fangsaison von Oktober 2010 bis April 2011 dürfen in Taiji über 2000 Delfine und Kleinwale gefangen werden.

Die meisten der Delfine und Kleinwale werden getötet und ihr Fleisch verkauft. Nur etwa 100 Tiere werden lebend für Delfinarien und Freizeitparks gefangen.
Nur etwa 30 der rund 300 Fischer in Taiji haben die Lizenz zum Töten und nur 17 kleine Boote dürfen für den Fang der Delfine eingesetzt werden.

 

 

 

 

 


Unterstützen Sie uns bei unserer Arbeit gegen den Delfinfang in Taiji!

Vor Ort arbeiten wir aktiv an der Beendigung der Delfin-fänge. Bitte unterstützen Sie uns dabei.

Wir freuen uns über jede noch so kleine Spende, werden Sie Fördermitglied von atlanticblue oder unterstützen Sie unsere Arbeit durdch eine symbolische Patenschaft.

atlanticblue e.V.
ist als gemeinnützig anerkannt und Spenden sind steuerlich absetzbar.

Schlagende Argumente

Die Delfinfänger kommen - und sie bringen schlagende Argumente mit. Das ist nicht immer ungefährlich und nicht gut fürs Equipment. Die gute Kamera sollte daher besser im Hintergrund bleiben... Meistens gehen derartige Konfrontationen glimpflich aus, doch die Stimmung der Delfinfänger wird immer gereizter. Der Druck über die Medien lässt nicht nach und so steht ihr lukrativer Verdienst auf dem Spiel.
Delfinfänger in der Bucht von Taiji. Mit Netzen werden Delfine voneinander separiert. Ohnehin ist die kleine Bucht komplett mit Netzen abgesperrt. Die Delfine haben keine Chance zu entkommen und über die Netze springen die Delfine nicht.

 

 

Ältere Berichte:

  16. Januar 2011 - Eine extreme Woche in Taiji


Am Morgen des 11. Januar 2011 tauchen die Boote der Delfinfänger plötzlich am Horizont zwischen vorüberziehenden Tankern auf. Ein Tanker scheint zu schweben - eine Fata Morgana auf dem Meer. Die Delfinfänger aber sind real...


Der Fang der Streifendelfine am 11. Januar 2011

Seit über einer Woche sind wir jetzt vor Ort in Taiji und dokumentieren die Delfinjagd im japanischen Taiji. Wir kommen hier kaum zur Ruhe um die von uns dokumentierten Vorgänge aufzuarbeiten, denn im Laufe dieser Woche fanden 5 Treibjagden statt, die wir alle ausführlich verfolgen konnten.

Die über zweiwöchige Ruhepause im Zeitraum nach Weihnachten macht sich deutlich bemerkbar. Die Fänger haben offensichtlich einiges aufzuholen. Zudem herrschte bis zum 16. Januar gutes bis sehr gutes Wetter in Taiji und Umgebung, was den Delfinfängern entgegenkam. Nur bei gutem Wetter, bei ruhiger See, verbunden mit guter Sicht macht es Sinn, bis zu 25 Seemeilen aufs Meer vor Taiji hinauszufahren und Delfinschulen zu suchen. Mit 5 Treibjagden allein in dieser Woche haben die Delfinfänger die entgangenen Fänge der letzten Wochen vermutlich ausgeglichen. Eine solch hohe Jagdintensität ist schon wirklich ungewöhnlich. Das bedeutete für uns viel Arbeit, bis tief in die Nacht. Zudem war es für uns schwer zu ertragen, mit welcher Intensität, aber auch mit welcher Brutalität in dieser Woche gearbeitet worden ist.

Der vergangene Dienstag, der 11. Januar war ein besonderer Tag, den wir hier näher beschreiben wollen. Morgens gegen 8 Uhr stellten wir fest, dass die Delfinfänger mit etwa 10 Booten den Hafen von Taiji verlassen hatten. Das Wetter war sehr gut. Blauer Himmel und  wenig Wind bei guter Sicht – beste Bedingungen für eine Delfinteibjagd. Daher konnten wir die Fänger relativ leicht am Horizont ausmachen. Sie waren vielleicht 10-15 Seemeilen entfernt und nach einer Zeit der Beobachtung war klar, dass sie eine Delfinschule ausgemacht hatten, die sie dann in Richtung Taiji trieben. Die Treibjagden verlaufen immer sehr schnell und auch dieses mal konnten wir feststellen, dass sich die Boote mit den vor ihnen hergetriebenen Delfinen rasch der Küste nähern.


11. Januar - Die Boote der Delfinfänger erreichen den Bereich vor dem Hafen. Rechts: Kurz darauf vor der Schlachtbucht. Ein Boot mit einer ins Wasser hängenden "Lärmstange". Auf diese wird mit einem Hammer aufgeschlagen, Der so entstehende Lärm treibt die Delfine in die Bucht.

Gegen 9:30 Uhr erreichten die Boote den Hafenbereich vor Taiji. Nun war endgültig klar, dass die Treibjagd für die Fänger erfolgreich verlaufen war. Die Delfine hatten kaum noch eine Chance zu entkommen.
Jetzt konnten wir auch die Art der Delfine bestimmen. Es handelte sich um eine Schule von Streifendelfinen, um insgesamt 27 Tiere, wie sich später herausstellen sollte.

Ziemlich schnell wurden die Delfine nun in die Bucht getrieben und diese dann mit Netzen abgeriegelt. Das gleiche altbekannte Verfahren schien sich zu wiederholen. Doch diesmal war alles etwas anders und dies hing auch damit zusammen, dass der Fang von Streifendelfinen als besonders kritisch zu betrachten ist, denn Streifendelfine neigen zu ausgesprochenen Panikreaktionen, wenn sie in Bedrängnis geraten. Das hat vermutlich damit zu tun, dass Streifendelfine nur im offenen Meer vorkommen, die Küsten meiden und sie Uferbereiche daher womöglich als bedrohlich empfinden.


Die Panik der Streifendelfine

Diese Delfine waren durch die vorausgegangene Treibjagd bereits völlig gestresst, das Einsperren in der Bucht war dann aber offensichtlich zu viel für sie. Obwohl sich die Fänger nicht in unmittelbarer Nähe der Delfine aufhielten, geriet eine Gruppe von ihnen in absolute Panik. Die Delfine waren völlig außer sich, sie sprangen auf die Felsen der Bucht und verletzten sich dabei schwer. Wir fragten uns, was einen Delfin bewegen muss, der auf einen Felsen springt, während er aber in Gefangenschaft niemals über ein Netzt springen würde. Uns war es möglich, das gesamte Geschehen zu dokumentieren. Im folgenden Video sind diese erschreckenden Szenen zu sehen.


Die Streifendelfine geraten völlig in Panik...

25 Streifendelfine wurden getötet

Die Streifendelfine, auch die von den Sprüngen auf die Felsen verletzten tiere, wurden letztendlich alle in die kleine Schlachtbucht zusammengetrieben. 25 von ihnen wurden getötet, nur zwei überlebten das Gemetzel. Vor der Bucht lag dann wie oft üblich, die Isana, das Verarbeitungsboot. Hier wurden die Delfine ausgenommen und von dort aus in den Hafen von Taiji gebracht.


Links: Gut geschützt gegen störende Einblicke, werden die Delfine getötet. Rechts: Die Isana, das Verarbeitungsboot vor der Bucht.



Ein Delfin hat sich bei seinem Paniksprung auf einen Felsen schwer verletzt. Er wird von einem der Fänger geborgen. Rechts: Außen am Boot befestigt, werden die zwei überlebenden Streifendelfine abtransportiert.

Nur zwei Streifendelfine überleben

Wir versuchten nun, den Weg dieser beiden Überlebenden zu verfolgen. Die beiden Streifendelfine wurden lebend abtransportiert. Unsere Recherchen ergeben, dass die beiden Delfine im nahe gelegenen Delfinarium des Walmuseums von Taiji gelandet sind. Und hier gibt es erst einmal Probleme. Die Delfine offensichtlich völlig traumatisiert und wollen nicht fressen. Ihre Artgenossen wurden vor Ihren Augen getötet und jetzt müssen sie sich in völlig neuer Umgebung, innerhalb eines sehr kleinen Beckens daran gewöhnen, toten Fisch aus der Hand eines Trainers anzunehmen. Offenbar ist das alles zuviel.

Die Delfine verweigern in den ersten Tagen die Nahrungsaufnahme. Erst am Sonntag, den 16. Januar konnten wir beobachten, dass die ihnen zugeworfenen Futterfische vereinzelt gefressen werden. Ein typisches Schicksal von gefangenen Delfinen in Taiji. Falls die Delfine hier überleben sollten, so ist das nächste und vermutlich letzte Ziel irgendein Delfinarium oder Freizeitpark – irgendwo auf der Welt...

 9. Januar 2011 - Delfinfänge vor dem Hafen von Taiji

Nachdem von Weihnachten letzten Jahres an der Fang von Delfinen und Kleinwalen in Taiji unterbrochen war, begannen die Treibjagden Anfang Januar 2011 erneut. Relativ neu ist die Entwicklung, dass lebende Delfine für den Export in Delfiinarien und Freizeitparks nicht nur über die zur traurigen Berühmtheit gewordenen kleinen Bucht gefangen und abtransportiert werden, sondern dass auch außerhalb der Bucht Delfinfänge stattfinden. Erstmals konnte diese Praxis letztes Jahr, wenn auch aus großer Entfernung und nur sehr ungenau beobachtet und dokumentiert werden.

Am heutigen 9. Januar gelang es uns, eine derartige Treibjagd umfangreich zu dokumentieren. Gegen 6 Uhr am morgen verließen die Delfinfänger mit etwa 10 ihrer speziellen Jagdboote den Hafen von Taiji. Gegen 9 Uhr trieben sie dann eine große Delfinschule in Richtung Taiji. Im ersten Moment sah es nach einer der üblichen Treibjagden aus, die dann in der kleinen Bucht enden. Es kam jedoch anders. Die Fänger trieben eine kleine Gruppe von Pazifischen Weißseitendelfinen in den Meeresbereich vor dem Hafen von Taiji - die restlichen Delfine entkamen entweder oder wurden von den Fängern nicht weiter verfolgt. Vor dem Hafen waren bereits schwimmende Netze installiert, in welche die Delfine als nächtes getrieben wurden.

Die Fänger begannen dann, die Netze immer weiter zu verengen, Taucher gingen zu den Delfinen ins Wasser und schließlich wurden die Tiere einzeln in Boote verladen und mit diesen in den Hafen von Taiji gebracht. Dort wurden sie in schwimmende Käfige gesperrt, zu vielen anderen Delfinen, die hier auf den Verkauf in alle Welt warten.

Die aktuelle Videodokumentation zur Treibjagd am 9. Januar 2011:



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 Ein Ende der Fänge während der aktuellen Fangsaison 2010/2011
ist noch nicht  abzusehen, aber der Druck auf die Delfinjäger wächst.

Die Delfinjagd im japanischen Taiji geht seit dem Beginn der neuen Fangsaison am 1. September weiter. Nach wie vor werden ganze Delfinschulen in die kleine Bucht getrieben und die meisten von ihnen getötet. Vor allem das Geschäft mit lebenden Delfinen boomt.

Beobachter vor Ort berichten in den letzten Wochen von reger Fangtätigkeit in Taiji. Im Gegensatz zu früher kommt es zwar immer wieder vor, dass ein Teil der zuvor gefangenen Delfine wieder freigelassen wird. Klar ist, dass dies als Täuschungsmanöver der Fänger zu werten ist, die zeigen wollen, dass hier nur ganz gezielt Delfine gefangen werden und auch nur so viel, wie unbedingt „benötigt“ werden. Atlanticblue liegen zudem Hinweise vor, dass die Fänger behördliche Prämien für freigelassene Tiere erhalten. Dieses Vorgehen ist jedoch lediglich eine Show für die Medien, mit dem Ziel, die grausamen Fangpraktiken in ein etwas besseres Licht zu rücken. Zudem hat dies nicht zwangsläufig Einfluss auf die Gesamtzahl der gefangenen Delfine und Kleinwale und es sagt auch nichts darüber aus, ob bei der nächsten Treibjagd dann nicht umso mehr Tiere eingefangen werden.


Bild Links: Leider auch Ende 2010 ein vertrautes Bild - Große Tümmler und Rundkopfdelfine gefangen in der kleinen Bucht von Taiji. Rechtes Bild: Einige der Fänger sind bei den Delfinen im Wasser und selektieren diese. Die schönsten Tiere kommen in den Verkauf, die anderen werden getötet. Das Fleisch findet sich Tage später in den örtlichen Supermärkten.

Grundsätzlich verläuft auch während der aktuellen Fangsaison alles wie auch in den letzten Jahren. Die Fänger versuchen vor allem zu demonstrieren, dass sie sich nicht von außen beeinflussen lassen und Proteste gegen die Delfinfänge folgenlos sind. Doch der Druck auf die Fänger wächst. Noch nie waren so viele Aktivitäten in Taiji zu beobachten wie während der aktuellen Fangsaison. Aus aller Welt finden sich Aktivisten ein, die in Taiji auf die fortwährenden Abschlachtungen aufmerksam machen. Noch nie wurde so umfangreich recherchiert und dokumentiert wie in dieser Fangsaison. Auch atlanticblue beteiligt sich jedes Jahr intensiv an diesen Arbeiten vor Ort.

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 Der Zugang zur eigentlichen Bucht
ist gesperrt und wird überwacht

Die Arbeit von atlanticblue vor Ort wird genau verfolgt. Bei unseren aktuellen Recherchen im November 2011 wurden wir ganztägig von der Polizei auf Schritt und Tritt observiert. Ständig wurden wir von zivilen Fahrzeugen verfolgt und alle unsere Bewegungen registriert. Dazu kam, dass wir auch sehr gründlich kontrolliert wurden, bis hin zu mehrmaligen Leibesvisitationen nach „verdächtigen Gegenständen“. Gefunden wurde jedoch nichts… 

Die Polizei versucht mit großem personellen Aufwand, Ortsfremde von den gesperrten Teilen der Bucht fernzuhalten. Aber nur von dort ist ein Einblick in die Schlachtbucht möglich. Unsere Arbeit war daher äußerst schwierig. Doch trotz aller Behinderungen -
wir konnten arbeiten…

 

Links oben:
Der direkte Blick in die Bucht von der gegenüberliegenden Seite ist verwehrt.

Links unten:
Für die aktuelle Fangsaison wurde die frühere und nur notdürftig errichtete Zugangstür an einer der beiden Zugänge zur Bucht durch eine befestigte Tür ersetzt.

 Wie geht es weiter in Taiji?

Die Delfinfänger versuchen, ihre Arbeit wie gewohnt durchzuführen. Doch nur auf den ersten Blick ändert sich nichts. In Wirklichkeit ist der Druck auf die Fischer groß. Die wirtschaftliche Entwicklung in Japan ist allgemein nicht rosig und die letzten Taifune haben große Schäden in Taiji und Umgebung angerichtet. Allein mehr als 100 Tote sind zu beklagen. Überall in der Gegend sind die Schäden auch Wochen danach noch zu sehen. Obwohl die entstandenen Kosten enorm und die öffentlichen Kassen klamm sind, leistet sich der kleine Ort Taiji zusammen mit der Provinz Wakayama einen kostspieligen personellen Aufwand, um den Delfinfang mit allen Mitteln zu bewahren. Zusätzlich zur allgegenwärtigen Polizei zeigt auch die japanische Küstenwache Präsenz vor Ort. Befinden sich Delfine in der Bucht, so bewacht neben der Polizei auch noch ein mit bis zu drei Mann besetztes Schlauchboot die kleine Bucht.


Das übliche Bild, sobald sich Delfine in der Bucht befinden: Polizei und Küstenwache bewachen die Bucht, oder besser gesagt, das blutige Handwerk der Delfinfänger von Taiji.

Nach unseren Recherchen rumort es bereits in Behördenkreisen, die diesen personellen und finanziellen Aufwand durchaus kritisch und auch nicht mehr für verhältnismäßig ansehen. Hinter vorgehaltenen Hand wird zum Ausdruck gebracht, dass der Delfinfang, wie er momentan betrieben wird, so auf Dauer nicht weitergehen kann. Es wird also notwendig sein, den internationalen Druck auf die Delfinfänger weiter aufrecht zu erhalten. Der Delfinfang in Taiji wird uns sicherlich noch eine zeitlang beschäftigen, aber er wird bei anhaltendem öffentlichem Druck keine große Zukunft mehr haben.


Lizenz zum Töten 2011/2012:

Pazifischer Weisstreifendelfin: 134
Streifendelfin: 450
Großer Tümmler: 652
Rundkopfdelfin: 275
Grindwal: 184
Kleiner Schwertwal: 70
Fleckendelfin: 400

Summe: 2165


Links: Aus gutem Grund - der komplette Schlachtbereich ist von allen Seiten mit Planen verdeckt.
Rechts: Auch der Anlieferungsbereich im Hafen ist gut geschützt gegen neugierige Blicke.

 3. Sept. 2010 - Die ersten Delfine wurden in Taiji gefangen

Am Morgen des 3. September wurden die ersten Delfine dieser Fangsaison in Taiji lebend aus der Bucht abtransportiert - sie sind für den Export bestimmt.

Die anderen der rund 20 Delfine, die am Tage zuvor in die Bucht getrieben wurden, wurden offenbar freigelassen, wobei dies noch nicht bestätigt ist. Vermutlich handelt es sich hierbei um ein erneutes Täuschungsmänöver der Fänger, um die Öffentlichkeit zu täuschen. Zu erwarten ist, dass in den nächsten Wochen die Abschlachtung der Delfine und Kleinwale weitergeht, so wie in den letzten Jahren. Die Fänger möchten aber offenbar wie im letzten Jahr den Eindruck erwecken, es gehe hier lediglich um den Fang lebender Delfine.

 1. Sept. 2010 - Die Delfinjagd im japanischen Taiji hat begonnen!

Wie zu erwarten war, beginnt auch in diesem Herbst erneut die Jagd auf Delfine und Kleinwale im japanischen Taiji. Der internationale Druck auf die Delfinjäger und die Delfinindustrie hat innerhalb der letzten Monate sicherlich viel Druck verursacht, aber die Delfinfänger von Taiji sind Ärger mit Delfinschützern und mit der Presse gewohnt. Daher ist der neuerliche Start der Fänge nicht verwunderlich.

Am Mittwoch, den 1. September fuhren die Fänger mit ihren Booten aufs Meer vor Taiji hinaus, um erstmals in dieser Saison 2010/2011 Delfine in die kleine Bucht von Taiji zu treiben. Hier droht den Delfinen wie in jedem Jahr das gleiche Schicksal - der größte Teil wird abgeschlachtet und einige wenige Tiere werden lebend gefangen und landen in Delfinarien und Freizeitshows. Doch am vergangenen Mittwoch hatten die Fänger kein großes Glück bei ihrer ersten Jagd. Sie konnten zwar eine Delfinschule sichten, es gelang ihnen jedoch nicht, die Delfine wie gewohnt in Richtung Bucht zu treiben - die Delfine entkamen.

Am darauffolgenden Tag, dem 2. September hatten die Delfine weniger Glück. Erneut fuhren die Fänger früh am Morgen mit 6 Fangbooten hinaus und konnten eine Gruppe von 20 Delfinen einkreisen und in die Bucht treiben. Wie es mit Ihnen am nächsten Tag weitergeht, ist jedoch unklar. Zu Beginn der Fangsaison werden unter Umständen einige Delfine lebend gefangen und die restlichen Delfine wieder freigelassen. Ebenso passierte es zu Beginn der letzten Fangsaison im September 2009. Damals wurden mehrere Delfine lebend abtransportiert und die restlichen freigelassen. Das war absolut ungewöhnlich. Normalerweise werden die restlichen Tiere ausnahmslos getötet. Das Geschehen durfte sogar von der Presse dokumentiert werden und es wurde verbreitet, Große Tümmler würden nicht mehr getötet, sondern "nur" noch Kleinwale. Das Kalkül der Fänger war, dass sich die weltweite Empörung womöglich legen könnte, wenn keine "Flipper"-Delfine mehr gefangen und getötet werden. Die Rechnung der Fänger ging jedoch nicht auf - die Proteste gingen weiter.

atlanticblue konnte gegen Ende des Jahres dann auch nachweisen, dass immer noch Große Tümmler gefangen und getötet werden - entgegen der Stellungnahme der Delfinfänger. Das Freilassen von Delfinen geschieht in Taiji ganz offenbar nur zu Showzwecken, um das Image der Fänger in der Öffentlichkeit etwas aufzupolieren. Tatsächlich aber gehen die Fänge gehen weiter - vorerst...

 "Wir beobachten euch und wir machen euch berühmt - weltweit!"


Dezember 2009: Dieses Bild beweist, dass die Jagd auf Delfine, auch speziell auf Große Tümmler weitergeht.
Auf diesem Verarbeitungsboot, nur etwa 200 Meter vor der Bucht, werden gerade 4 Große Tümmler und
2 Rundkopfdelfine ausgenommen, die nur wenige Minuten zuvor in der Bucht von Taiji getötet wurden.
Diese Vorgänge konnten bisher noch nie gefilmt werden.

 Beweis:
 Nach wie vor  werden  Große
 Tümmler in Taiji getötet.

Die Ankündigung, keine "Flipper- Delfine" mehr zu fangen, war schlicht und einfach ein simpler PR-Gag der Delfinfänger, den wir widerlegen konnten. Insgesamt verfügen die Fänger ohnehin über die Lizenz, während der aktuellen Fangsaison 748 Große Tümmler zu fangen - das sind rund ein Drittel aller Fänge in dieser Saison. Ein lukratives Geschäft also, dass sich die Fänger nicht so einfach nehmen lassen. Das Fleisch eines Delfins brachte bis vor kurzem etwa 400 Euro. In den letzten Wochen ist der Preis jedoch deutlich gefallen. Nachdem die Fänge über den Jahreswechsel offenbar ruhten, geht die Delfinjagd seit Anfang des Jahres weiter.

 Frühjahr 2010:

atlanticblue ist wieder im japanischen Taiji, wo die alljährliche Treibjagd auf Delfine und Kleinwale stattfindet. Wir berichten und dokumentieren, was vor Ort gerade vor sich geht. Dieser Tage ruht die Delfinjagd. Doch ob die Jagd für diese Saison tatsächlich schon beendet ist, ist unklar. Der Druck der Medien und die Verleihung des Oscars an den Film "The Cove" zeigen deutliche Wirkung. Die Situation vor Ort ist extrem angespannt.

Die letzte Treibjagd hat hier offenbar vor rund drei Wochen stattgefunden, wobei diese jedoch nicht wie bisher üblich in der kleinen Bucht endete, sondern außerhalb, etwa einen Kilometer vor der Bucht und dem nahen Hafen von Taiji. Dabei wurden etwa ein halbes Dutzend Delfine in ein hufeisenförmiges Netz getrieben und dort vor Ort getötet oder lebend gefangen. Leider gibt es keine näheren Informationen, was dort genau vor sich ging, ob beispielsweise alle Tiere getötet wurden und wie viele lebend gefangen wurden. Es ist auch völlig unklar, ob es sich bei diesem Fang lediglich um eine einmalige Aktion dieser ungewöhnlichen Jagd handelte, oder ob es dabei um einen Test ging, den Fang und die Tötung eventuell zukünftig komplett außerhalb der medienträchtigen Bucht durchzuführen. Letzteres könnte durchaus möglich sein.

Die Delfinfänger versuchten schon immer, Dokumentationen und insbesondere die Bildberichterstattung zu verhindern. Insbesondere blutige Bilder aus der Bucht heizen die Proteste gegen den hiesigen Delfinfang ständig neu an. Daher konnten wir bereits im Dezember erstmals dokumentieren und veröffentlichen, dass die Fänger eine neue nahezu unblutige Tötungsmethode anwendeten, um eine Rotfärbung der Bucht zu verhindern. Die Erstellung von neuen blutigen Bildern sollte so verhindert werden. Offenbar gibt es bei den Fängern jedoch durchaus die Überlegung, ob die Fänge und Tötungen nicht komplett außerhalb der Bucht durchführbar sind. Das hätte für die Fänger eben den großen Vorteil, dass das Thema „Die Bucht“ auf einen Schlag erledigt wäre, die Fänge jedoch an anderer Stelle weitergehen würden. Würden die Fänge tatsächlich in Zukunft vor der Küste stattfinden, wäre eine Medienberichterstattung sehr erschwert und der bisherige Fokus auf die Bucht wäre vorbei. Für die Fänger ist es sicherlich ein reizvoller Gedanke, sich so von der Bucht und dem mit ihr verknüpften Medieninteresse zu verabschieden.


Links: Die Delfinfänger müssen sich dieser Tage mit dem Fang von Thunfischen begnügen, sofern sie überhaupt den Hafen von Taiji verlassen. Auch das Verarbeitungsboot, die "Isana", auf dem die Delfine vor der kleinen Bucht ausgenommen werden, liegt seit Wochen ungenutzt im Hafen von Taiji.

Natürlich ist das nur eine Spekulation und niemand weiß im Moment, wie es hier weitergeht. Tatsache ist, dass die letzte Treibjagd offenbar vor rund drei Wochen stattfand und diese wie beschrieben außerhalb der Bucht mit dem Fang von etwa einem halben Dutzend Delfinen endete. Das bisher keine weitere Jagd stattfand, dafür gibt es vermutlich mehrere Gründe. Ganz klar hat die Verleihung des Oscar an den Dokumentarfilm „The Cove“ zu einer starken Verunsicherung hier in Taiji geführt. Wir haben von mehrfach gehört, dass die Stimmung in Sachen Delfinfang hier in Taiji noch niemals so schlecht war, wie jetzt im Moment. Auch die Polizei erklärte uns, dass die Einwohner als Folge der Preisverleihung extrem nervös und angespannt wären. Der Grund liegt vor allem darin, dass sie sich in diesem Film falsch dargestellt fühlen. Zudem werden illegale Praktiken bemängelt, die zur Erstellung der Films geführt hätten, beispielsweise der Einsatz von versteckten Kameras. In der japanischen Presse wurde über die Oscar-Verleihung ausführlich berichtet, jedoch wird der Film und die Auszeichnung im allgemeinen sehr negativ bewertet. Die Japaner fühlen sich durch den Preis regelrecht angegriffen und reagieren mit Verärgerung. Um die eigentliche Sache, den Delfinschutz, geht es dabei kaum. Im Mittelpunkt der Berichterstattung steht ganz klar der scheinbare Angriff auf japanische Werte und Traditionen.

Die Delfinfänger warten daher eventuell erst einmal ab, wie sich die Medienlage weiter entwickelt und entscheiden dann, ob die Jagd in dieser Saison weitergeführt wird, oder sie vielleicht schon frühzeitig beendet wird, um dem Medienrummel keine neue Nahrung zu geben. Die Delfinjagd ist ohnehin anscheinend zu Ende. Wenn überhaupt, dann finden jetzt nur noch Fänge von Kleinwalen statt. Doch hier ist Vorsicht geboten, denn für die hiesigen Delfinfänger bedeutet dies nur, dass jetzt keine Großen Tümmler, Fleckendelfine und Weißseitendelfine mehr gefangen werden. Rundkopfdelfine, denen die für „Flipper“-Delfine so typische lange Schnauze fehlt, werden hier nicht als Delfine, sondern zusammen mit den Grindwalen zu den Kleinwalen gezählt. Diese dürfen noch bis zum Mai gejagt werden, es sei denn, die Jagd wird vorzeitig beendet, oder sie ist bereits beendet. Die letztere Frage zu klären ist eine unserer Aufgaben im Moment hier vor Ort. Die Delfinfänger beschäftigen sich im Moment offensichtlichersatzweise mit dem Thunfischfang. Einige ihrer Boote sind immer wieder unterwegs, aber Delfine oder Kleinwale werden dabei nicht gefangen.

Schwimmende Delfinkäfige im Hafen von Taiji. Hier werden im Moment etwa 20 Define gefangen gehalten. Sie sind für den Export bestimmt, für Delfinarien und Freizeitparks. Es handelt sich bei den Delfinen hauptsächlich um Große Tümmler, aber auch um Rundkopf- und Weißseitendelfine.

Die Situation vor Ort ist auf jeden Fall im Moment sehr angespannt und unsere Arbeit gestaltet sich daher sehr schwierig in Taiji. Wir von atlanticblue sind im Moment die einzigen westlichen Beobachter, die vor Ort sind und das Geschehen verfolgen können. Die Einwohner sind extrem aufmerksam und auffallend nervös. Werden wir bei unseren Observationen beobachtet, so wird sofort die Polizei verständigt und immer wieder kommt es vor, dass wir mit Autos verfolgt werden. Aber letztendlich zeigt das Verhalten der Einwohner von Taiji dieser Tage auch deutlich, dass der internationale Druck, die Delfin- und Kleinwalfänge zu beenden, durchaus seine Wirkung zeigt.

Dies muss jedoch nicht bedeuten, dass Der Delfinfang in Taiji bald der Vergangenheit angehört. Die Delfinfänge in Taiji sind nicht so einfach zu beenden! Die intensiven Bemühungen zur Beendigung des Delfinfangs, die Protestaktionen, die Arbeiten und Dokumentationen vor Ort müssen unermüdlich weitergehen. Die Delfinfänger werden insbesondere in den nächsten Monaten genau darauf achten, wie sich das Medieninteresse entwickelt und ob das allgemeine Interesse im Laufe der Zeit nach dem Oscar für „The Cove“ womöglich nachlässt. Diese Chance dürfen die Delfinfänger nicht bekommen. Unsere Botschaft an die Delfinfänger in Taiji ist klar und unmissverständlich: „Wir beobachten euch und wir machen euch berühmt – weltweit!

 Frühjahr 2010: Der Delfinfang in Taiji geht weiter!

Trotz aller internationaler Proteste, der Delfinfang im japanischen Taiji geht auch 2010 weiter. Im Herbst letzten Jahres keimte die Hoffnung, die Delfinfänger könnten endlich einlenken und die alljährliche Jagd auf die rund 2300 Delfine und Kleinwale beenden. Doch atlanticblue konnte im Dezember letzten Jahres nachweisen, dass die blutige Jagd nach wie vor stattfindet. Auch Große Tümmler werden wieder getötet.

Im September letzten Jahres erklärten die Delfinfänger, sie würden zukünftig auf den Fang von Großen Tümmlern verzichten und sich "nur noch" auf den Fang von Kleinwalen beschränken. Zur Bestätigung ließen sie im September sogar mehrere Große Tümmler frei, die sie kurz zuvor gefangen hatten. Wir waren von Anfang an skeptisch und sollten recht behalten. Schnell stellte sich heraus, dass diese Aktion lediglich ein Täuschungs-manöver war, um die Medien abzulenken und den Druck auf die Delfinfänger zu nehmen, den die internationale Berichterstattung aufgebaut hatte.

Nachdem der Dokumentarfilm "The Cove" in die Kinos kam, sollte der Eindruck erweckt werden, alles wäre nur halb so schlimm, denn jetzt werden keine Flipper-Delfine, also keine Großen Tümmler mehr gefangen. Die Rechnung der Delfinfänger ging teilweise auf, denn in mehreren Medien wurde dies bestätigt und es wurde berichtet, die Delfinfänge in Taiji würden aufgrund der Proteste zumindest eingeschränkt. Ein großer Irrtum, wie sich schnell herausstellen sollte. Diese Fehlinformationen sind nicht zuletzt die Folge von oftmals veralteten Informationen und fehlendem aktuellen Medienmaterial. Weit verbreitet ist die Ansicht, dass die Vorgänge in Taiji duchgehend überwacht und dokumentiert würden. In Wirklichkeit ist dies nicht der Fall. Schon im Film "The Cove" ist gut beschrieben, dass die Dokumentation vor Ort schwierig und nicht immer ungefährlich ist.

Die meiste Zeit findet keine Dokumentation vor Ort statt - die Delfinfänger sind daher oft ungestört - hier setzen wir von atlanticblue mit unserer Arbeit an.

 Wie kann der Delfinfang in Taiji beendet werden?

Unserer Ansicht nach ist der Delfinfanng in Taiji nicht von heute auf morgen zu beenden. Die japanischen Delfinfänger werden seit Jahrzehnten mit Protesten und Empörung konfrontiert und sie haben sich darauf eingerichtet. Kaum jemand in Taiji versteht die Aufregung wegen des dortigen Delfinfangs. Während die Arbeit der Journalisten noch als legitime Arbeit vor Ort angesehen wird, so fehlt den meisten Einwohnern das Verständnis, wieso Delfine überhaupt schützenswert sind. Es wird in der Wertigkeit nicht unterschieden zwischen Fisch und Delfin. Das Grundverständnis, Wale und Delfine als schützenswert anzusehen, so wie in der westlichen Welt, fehlt einfach. Die größte Chance, den Delfinfang in Taiji zu beenden, ist die Tatsache, dass das Delfinfleisches hochgradig mit Quecksilber und anderen Schwermetallen belastet ist. An dieser Tatsache kommen auch die Delfinfänger von Taiji nicht vorbei. Die Belastung ist derart hoch, dass das Fleisch eigentlich nicht in den Handel gelangen dürfte. Bis vor kurzem war Delfinfleisch fester Bestandteil der Schulspeisung in Taiji. Das hat sich jetzt geändert. Seit kurzem verzichten die Schulen auf Delfinfleisch und weichen auf das weniger belastete Fleisch von Zwergwalen aus.

In der japanischen Gesellschaft ist der Delfinfang von Taiji kein echtes Thema. Schon eher sorgt die zunehmende Berichterstattung über Quecksilber im Delfinfleisch für Aufsehen. Der Ruf des Delfinfleisches steht somit auf dem Spiel. Jedoch auch der Ruf Taijis leidet. Nicht wenige in Taiji fragen sich daher, ob der Delfinfang und die damit verbundene Berichterstattung dem Ort Taiji nicht letztendlich mehr schadet, als nützt. Lediglich rund 30 von etwa 300 Fischern im Ort beschäftigen sich mit der Delfinjagd, jedoch alle haben unter dem zunehmend schlechten Ruf des Ortes in der Weltpresse zu leiden. Broom, die australische Partnerstadt Taijis, kündigte vor kurzem die Städtepartnerschaft auf - wegen des Delfinfangs in Taiji. Das ist für die Einwohner Taijis eigentlich ein harter Schlag, doch im Rathaus von Taiji sagte man uns auf Nachfrage, ihnen wäre über diese Entscheidung der Stadt Broom nichts bekannt. Verdrängung ist in Taiji ein verbreitetes Phänomen.